Kuschelhormon Oxytocin: Stressbewältigung ist Charakterfrage
Forscher aus den USA fanden kürzlich in einer Studie zum Thema Stress heraus, dass Stressbewältigung genetisch in der Persönlichkeit verankert ist. So hätten es besonders empathische Menschen leichter bei der Bewältigung von Stress als Menschen, die weniger Einfühlungsvermögen besitzen.
Ursache dafür ist ein Gen, das entweder in einer A-Variante oder einer G-Variante beim Menschen vorkommen kann. Die 2 Allele dieses Gens bestimmen die Persönlichkeit: wer die Kombination GG geerbt hat ist sehr einfühlsam und gleichzeitig stressresistent - im Gegensatz zu den beiden anderen Möglichkeiten, den Kombinationen AG oder AA.
Ebendieses Gen ist schon länger bekannt. Es kodiert für ein Protein, das dem "Kuschelhormon" Oxytocin als Bindeglied dient. Bekannte Funktionen dieses Hormons, das im Gehirn produziert wird, sind zum Beispiel die Bindung von Mutter und Kind, der Sinn für Romantik oder auch Großzügigkeit und Vertrauen. Daher macht es auch Sinn, wenn man annimmt, dass diese Persönlichkeitsprägung gleichzeitig zur Senkung des Stresslevels beiträgt.
Ein interessanter Aspekt der Studie ist darüberhinaus, dass die Forscher vermuten, dass die AA-Variante, also die Genvariante, bei der die Persönlichkeit weniger einfühlsam und weniger stressresistent ist, die Gefahr birgt, an Autismus zu erkranken. Dies führt logisch stringent die gesamte Theorie fort, weil ja Autismus durch die Defizite an zwischenmenschlicher Kommunikation geprägt ist, also eine Extremvariante der nicht-empathischen Persönlichkeit darstellt.