Morphium: Einsatz bei Krebserkrankungen gefährlich

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Seit über 100 Jahren hat sich Morphium im Rahmen der Schmerzbehandlung bei der Krebstherapie etabliert. Doch seit einigen Jahren werden immer wieder Stimmen laut, dass dieses analgetisch wirkende Opioid der Krebstherapie gefährlich werden könnte: Morphium fördere das Tumorwachstum!

Neue Studien belegen diese Vermutungen. Seit 2002 wurden mehrere voneinander unabhängige Studien durchgeführt, die nicht nur nahelegen, dass Morphiumgaben im Rahmen einer Krebserkrankung das Wachstum des Tumors fördern, sondern sogar, dass sie auch die Rückfallquote bei Krebserkrankungen deutlich steigern.

Die Studien verglichen zwischen Patienten, die die standardmäßige Schmerzmedikation mit Morphium erhielten und denen, die Lokalanästhetika ins Rückenmark bekamen. Die Überlebensdauer und die Krankheitsverläufe waren bei den Menschen, die mit Lokalanästhetika behandelt worden waren signifikant besser. Ähnliches stellte man beim Verzicht auf Vollnarkosen und Ersatz durch örtliche Betäubungen in der Tumorchirurgie fest.

Dies führte dazu, dass man eine Medikament aus den 80er Jahren wiederentdeckte: Methylnaltrexon (MLTX). Es wurde ursprünglich entwickelt, um die Nebenwirkungen von Opiaten auf den Verdauungstrakt zu verhindern und Opstipation zu vermeiden. Da das Medikament nur im Darm wirkt, nicht aber im Gehirn, so bleibt die schmerzlindernde Wirkung des Morphiums erhalten, wenn man den Opiatantagonisten MLTX hinzugibt - aber die Nebenwirkungen werden minimiert.
Beim Test mit Krebspatienten, die einen solchen Opiatantagonisten zum Morphium hinzu erhielten, stieg die Überlebensdauer enorm an und das Tumorwachstum wurde deutlich verlangsamt.

Die Entdeckung dieses Zusammenhangs wird in Zukunft Einfluss auf die Schmerzmedikation bei Krebstherapien nehmen und eventuell sogar eine Renaissance des MLTX bedingen.